Evangelisch-Lutherische Landeskirche Sachsen
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Da haste Töne

„Da haste Töne“ sagen wir, wenn wir über etwas staunen. Zwar ist von unserer neuen Orgel noch kein Ton zu hören, aber staunen kann man schon über das, was im letzten halben Jahr alles geschafft werden konnte. Das belegen viele Bilder. In großen Schritten eilen wir unserem Ziel, die Renovierung der Heiligen Dreifaltigkeitskirche mit dem Einbau einer neuen Orgel zu einem vorläufigen Abschluss zu bringen, entgegen.

Am 23. Januar diesen Jahres saßen wir mit allen am Kirchenbau beteiligten Firmen zusammen, um gemeinsam einen detaillierten Terminplan abzusprechen. Dies machte sich erforderlich, da wir durch die Sanierung des Daches und des Turmes im vergangenen Jahr nicht die geplanten Arbeiten im Inneren der Kirche durchführen konnten.




Ende Februar trafen sich die am Orgelneubau beteiligten Firmen mit Dr. Lorenz. Und Dr. Hodick vom Landesamt für Denkmalspflege und Herrn Weinberger von der Unteren Denkmalschutzbehörde des Landesamtes Annberg. Wir diskutierten über die Gestaltung des neuen Orgelgehäuses. Ein Teil des alten Gehäuses soll Wiederverwendung finden. Als Resümee wurde vereinbart, dass der Gestaltungsvorschlag der Firma Jehmlich umgesetzt werden soll.




Zum allerletzten Mal erklang die alte Jehmlich-Orgel am Ostermontag. Kantor Rau ließ zum Schluss das C-Dur Präludium von Dietrich Buxtehude und die Toccata und Fuge in d-Moll von Johann Sebastian Bach erklingen.






Gleich am nächsten Tag,  am Dienstag nach Ostern, begann der Abbau der Orgel. Gemeindeglieder unterstützten die Mitarbeiter der Orgelbau-Firma Jehmlich und der Crottendorfer Tischler. Dabei fanden wir am linken Fenster eine alte Jugendstil-Malerei.
















Noch einmal war Dr. Hodick am 12. April 2007 nach Crottendorf gekommen, um letzte Untersuchungen am alten Orgelgehäuse vorzunehmen und um mit dem Schnitzer, den Tischlern und den Malern letzte Absprachen vorzunehmen.








Wie schon befürchtet, kam hinter der Orgel ein schlechter Putz der Außenwand zum Vorschein, sodass kurzfristig eine Maurerfirma gesucht werden musste, die den schadhaften Putz ausbesserte bzw. eine größere Fläche neu verputzte.  Dies war aber kein großes Problem. Schnell erledigten die Maurer der Firma Edelhoff diese Arbeiten, sodass die Malerfirma Martin auch diesen Teil der Außenwand mit neuer Farbe versehen konnte.






Als am Ende der Osterwoche der Ausbau des alten Orgelgehäuses beendet war, konnten die Tischler der Crottendorfer Tischlerhandwerk GmbH mit der Restauration der alten Orgelteile und der Ergänzung durch neue Teile beginnen. Viel Geduld und hohe Sachkenntnis war erforderlich, diese Herausforderung zu meistern. Tobias Walter übernahm in der Hauptsache  diese Aufgabe. Mit großem Engagement  und viel Liebe zum Detail gewann das neue Orgelgehäuse unter seinen Händen Form und Gestalt. Gleichzeitig begannen die Mitarbeiter von Malermeister Wiesehütter in der Tischlerwerkstatt mit vorbereitenden Arbeiten für die farbliche Gestaltung der Orgel. Doch zunächst musste die alte Farbe abgebeizt und die Flächen geschliffen werden. Hier stellte sich die räumliche Nähe der beiden Crottendorfer Firmen als sehr gewinnbringend heraus.

Rein zufällig stießen die Tischler auf eine kleine Sensation. Auf  Bitten der Orgelbaufirma Jehmlich mussten sie zwei Teile der alten Orgel auffräßen. Dabei stießen sie auf eine Inschrift mit folgenden Wortlaut: „Johann Gottfried Titus Orgelinstrumentenmacher Schönhaide 7. Februar 1777“

 














Sofort nach dem Ausbau der alten Orgel mussten zunächst die beiden hintersten Reihen der Kassettendecke, die die alte Orgel verdeckt hatte,  noch restauriert werden. In einer Rekordzeit von 3 Wochen schafften das die Mitarbeiter von Malermeister Wiesehütter.

Dann, nach dem das Gerüst gefallen war,  begannen Anfang Mai die Zimmerleute der Firma Müller aus Thalheim mit dem Abriss der alten Orgelpodeste. Ulli Böhm ist uns mittlerweile schon sehr vertraut. Seit dem vergangenen Jahr arbeitet er täglich in unserer Kirche. Wir sind immer wieder über seine Geschicklichkeit und Sachkenntnis erstaunt.

Zeitweise verwandelte sich die Kirche in ein Bergwerk. Unsere Vorfahren hatten als Trittschal im Fehlboden der Podeste Kohleschlacke eingebracht. Einen ganzen Container voll Schlacke ließen wir abfahren.

Um der Orgelempore mehr Stabilität zu verleihen, mussten wir zwei Unterzüge und zwei Säulen einbauen. Uli Weiß übernahm die Putzarbeiten.

Recht zügig kamen die Zimmerleute voran. Es war auch Eile geboten, denn Ende Mai war der Termin für den Beginn der Einbauarbeiten des neuen Orgelgehäuses. Bis dahin musste das Nullniveau fertiggestellt und im vorderen Teil die Fußbodenheizung installiert sein. Jürgen Tippmer und Rico Klaumünzer von der Heizungsfirma Lorenz führten diese Arbeiten durch.

























Zwischendurch fuhren wir zweimal nach Kühnhaide (Ortsteil von Zwönitz), um Familie Salzer zu besuchen. Frank Salzer schnitzt die neuen Schleierbretter für unsere Orgel und seine Frau restauriert und vergoldet die alten, barocken Schleierbretter, die wir gern erhalten wollen.












Am 22. Mai hatten wir noch einmal Besuch aus Dresden. Herr Hegewald, Mitarbeiter der Firma Jehmlich, war gekommen, um sich über den Stand der Arbeiten  am Orgelgehäuse in der Tischlerei und des Fußbodenaufbaus in der Kirche zu informieren. So konnten weitere Details besprochen werden. Wir mussten immer wieder dankbar feststellen, dass alle Handwerksfirmen gut miteinander kommunizieren, sich gut absprechen und Hand in Hand arbeiten.










Am 29. Mai war es dann soweit. Es war der Dienstag nach Pfingsten und der Einbau des Orgelgehäuses konnte beginnen. In nicht ganz einer Woche  haben die Tischler das Orgelgehäuse (noch ohne Füllungen) aufgebaut und die Rückwand eingezogen. Parallel dazu installierten die Zimmerleute die Chorpodeste und die Elektriker die Fußboden-Heizung. Zeitweise kämpften auf der Orgelempore 4 Firmen um den Platz, denn die Maler begannen auch mit dem Anstrich des Gehäuses. Nun, nach einer Woche hat sich der Sturm gelegt. Die Tischler haben sich wieder in die Werkstatt zurückgezogen, um die anderen Teile für die Orgel zu fertigen, und die Elektriker warten auf Nachschub. Die letzten Heizbahnen für die Fußbodenheizung müssen noch angeliefert werden. Zwar sind noch viele kleine Handgriffe nötig, aber wir haben das gute Gefühl, den eng gesetzten Zeitplan einhalten zu können. Ende Juni sollen alle Arbeiten in der Kirche abgeschlossen sein, so dass Anfang Juli die Firma Jehmlich mit dem Einbau des Orgelwerkes beginnen kann. Dann werden wir im Sommer die ersten Töne hören können.  

An dieser Stelle möchte ich dreimal von Herzen „Danke“ sagen.

Das erste „Danke“ geht an die Handwerker, die umsichtig, sachkundig und mit großen Elan und Interesse ihre Arbeit tun.

Das zweite „Danke“ geht an die Gemeinde, die im Gebet, in der Tat und mit den Spenden hinter diesem Vorhaben steht. Zur Zeit bieten wir Patenschaften für die Pfeifen der neuen Orgel an und verkaufen die Pfeifen der alten Orgel.

Das dritte „Danke“ geht zu Gott, der den Bauleuten Bewahrung, Gelingen und Segen bei ihrer Arbeit schenkt.

Friedrich Preißler


































 




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