Evangelisch-Lutherische Landeskirche Sachsen
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„… damit wir etwas sind zum Lob der Herrlichkeit Gottes“

Festwoche zur Orgelweihe

 

Unser 353 Kirchweihfest war zu allererst  bestimmt von der Freude über die neue Jehmlich-Orgel und der Dankbarkeit darüber, dass wir eine 5-jähige Sanierung und Restauration der Heiligen Dreifaltigkeitskirche vorerst abschließen konnten.

Lange im Vorfeld gab es viele Aktivitäten, um dieses Fest würdig zu feiern. So gab z.B. der Orgelverein ein kleines „Orgel-Heft zur Weihe“ heraus. Karin und Ramona Möckel schmückten unter Anleitung von Frau Neubert  aus Tannenberg die Kirche. Das Thema „Orgelweihe“ war im Blumenschmuck aufgegriffen. Im Altarraum und auf der Orgelempore waren Gestecke aufgestellt, in denen sich Blumen um die Orgelpfeifen der alten Orgel rankten.

 






 

Die Feierlichkeiten begannen mit einem Abend zum Thema “5 Jahre Kirchenbau in Crottendorf“. Wir hatten allen Firmen eingeladen, die in den letzten fünf Jahren am Kirchenbau mitgewirkt haben. Die Crottendorfer Bläsergruppe „Brasissimo“ eröffnete mit einem kleinen Programm musikalisch den Abend. Pfarrer Preißler hielt eine Andacht über das Bibelwort aus 2. Chr. 2,3  „Siehe, ich will dem Namen des HERRN, meines Gottes, ein Haus bauen, das ihm geheiligt werde.“ Zugleich sagte er allen Firmen ein herzliches Dankeschön für ihre hervorragende Arbeit und das konstruktive Miteinander. Nach einem leckeren Abendessen erinnerten wir uns anhand einer Dia-Ton-Schau an die Jahre des Kirchenbaus.

 






 

In dem Festgottesdienst zur 353. Kirchweihe war es endlich soweit, dass die neue Orgel geweiht werden konnte. Umrahmt und gefüllt war der Gottesdienst mit sehr qualifizierter Kirchenmusik. So erklang zum Beispiel die doppelchörige Psalmvertonung „Jauchzet dem Herrn alle Welt“ von Heinrich Schütz. Nach dem Weihegebet erklang die neue Orgel. Unser Kantor Sebastian Rau hatte dafür das „Präludium C-Dur“ von J. S. Bach ausgesucht.  Superintendent Dr. Führer griff in seiner Predigt die Aufforderung zum Lob Gottes aus dem 100. Psalm auf. Er sagte u.a.: „Der Psalm 100, von mir zum Predigttext bestimmt, ist in all seiner Kürze die umfassendste Aufmunterung zum Lobgesang.  Und hier führt ein Weg von außen nach innen: Alle Welt soll dem Herrn jauchzen. Und inmitten der ganzen Welt soll die Gemeinde, die Gott zu seiner Herde gemacht hat, ins Haus Gottes gehen, um hier das Lobopfer des Dankes darzubringen.“

Unter den Handwerksfirmen, die in unserem Kirchbau mitgewirkt haben, war natürlich auch die Orgelbaufirma Jehmlich aus Dresden vertreten. Herr Jehmlich richtete herzliche Worte des Dankes an die Gemeinde.

Ein weiteres schönes Ereignis in diesem Gottesdienst war die Taufe der kleinen Fanny Salzer aus Zwönitz. Ihre Eltern, die Holzbildhauer Frank und Janina Salzer restaurierten, schnitzten und vergoldeten die Schleierbretter unserer neuen Orgel.

 






 

Mit dem Festgottesdienst war unsere 353. Kirchweihe noch nicht vorbei. Am Nachmittag waren wir zum ersten Konzert der neuen Orgel eingeladen. Unser Kirchenmusikdirektor und Bachpreisträger Matthias Süß aus Annaberg hatte dafür ein anspruchsvolles Programm ausgewählt. Der Spannungsbogen der Stücke reichte von klassisch bis modern. Wir hörten Orgelwerke von Buxtehude, Bach, Reinberger, Mendelssohn Bartholdy, Langlais und Janca. Damit wurde uns eine große akustische Bandbreite der neuen Orgel vorgeführt. Von Fachleuten hörten wir sehr viele gute Kritiken sowohl über den Organisten als auch über das neue Instrument.

 






 

Als Laie versteht man oft sehr wenig über das komplizierte und komplexe Thema „Orgelbau“. Dem wurde zum Teil geholfen. Wir haben zwar nicht alle Fachbegriffe verstanden bzw. im Gedächtnis behalten, aber zum Staunen war das, was uns Kantor Rau und Herr Braun von der Orgelfirma Jehmlich am Montagabend über die Orgel allgemein und über unsere neue Orgel im Speziellen erklärte, doch. Uns wurde vieles über die einzelnen Register erklärt. Dazu wurde sie uns akustisch zu Gehör gebracht. Zum Schluss des Abends erklang noch einmal die Orgel und jeder konnte einen Blick in das neue Instrument werfen.

 






 

Regen Zuspruch fand das Konzert am Donnerstagabend. „Konzert für Orgel und Bläser“ stand auf dem Programm. Die Blechbläsergruppe "Brassissimo" (bestehend aus 9 jungen Männern, die in Chören der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche, der Landeskirchlichen Gemeinschaft und der Evangelisch-methodistischen Kirche beheimatet sind) hatten sich zusammen mit Kantor Rau ein anspruchsvolles Programm erstellt.  Ganz unterschiedliche Klangfarben entstanden, als die Bläser  zusammen mit der Orgel musizierten, als Bassissimo allein zu hören war oder die Orgel für sich erklang. Aufwühlende und feurige Klänge erreichten uns von der Orgelempore – dann erklangen  nachdenkliche und zarte Töne – und schließlich rundeten festliche Klänge das Ganze ab.

 

 






 

Freitag war ein besonderer Tag für Kinder. Kantor Sebastian Rau hatte die Kinder eingeladen, unsere neue Orgel kennen zu lernen. Etwa 40 Kinder waren seiner Einladung gefolgt. Einige Eltern waren mitgekommen und sogar das Fernsehen (Kabeljournal) interessierte sich für diese Veranstaltung. Mit einem kleinen Kanon, den wir gemeinsam sangen, wurde die Orgelführung eröffnet. Dann tastete sich Kantor Rau langsam zusammen mit den Kindern an das Thema „Orgel“ heran. Überlegt wurde, welche Voraussetzungen gegeben sein müssen, damit eine Orgel überhaupt erklingt. Die Kinder konnten mithelfen, die Tür zum Spieltisch zu öffnen, den Motor einzuschalten, „damit die Orgel Luft bekommt“ (so ein Kind wortwörtlich), ein Register zu ziehen und schließlich Tasten zu drücken. Mucksmäuschenstill saßen die Kleinen die ganze Zeit, hörten Sebastian Rau's Erklärungen und seinem Orgelspiel zu. Es war ein sehr gelungener Nachmittag. Zum Schluss durfte jedes Kind, das wollte, der Orgel ein paar Töne entlocken. Vielleicht war eines der Kinder dabei, das später einmal auf einer Orgelbank sitzen wird. Genügend musikalisches Potential ist unter den Kindern vorhanden. Viele lernen schon ein Instrument.

 








 

Äußerlich betrachtet könnte man sagen, dass die Feier am Samstagabend eine Wiederholung  der Feierstunde war, die genau eine Woche zuvor im Kirchgemeindeheim stattfand. Nach einem kleinen musikalischen Programm, das der Flötenkreis der Gemeinde unter Leitung von Kantor Rau gestaltete, hielt Pfarrer Preißler eine Andacht über das Bibelwort aus 2. Chr. 2,3  „Siehe, ich will dem Namen des HERRN, meines Gottes, ein Haus bauen, das ihm geheiligt werde.“ Worte des Dankes wurden ausgesprochen und nach einem leckeren Abendessen erinnerten wir uns anhand einer Dia-Ton-Schau an die Jahre des Kirchenbaues. Anders war jedoch das Publikum. In den Jahren des Kirchenbaues haben viele Gemeindeglieder in Arbeitseinsätzen an den Sonnabenden oder beim Kirche-sauber-machen geholfen. Ihnen wollten wir mit diesem Abend „Danke“ sagen. Es ist immer schwierig, alle Namen zu erfassen. Wir hoffen, dass wir an alle gedacht haben.

 












 

Mit einem Gottesdienst schloss die Festwoche zur Orgelweihe ab. Die Stimmen des Jugendchores, des Kammerchores und natürlich der Orgel  erklangen zur Ehre Gottes. Allein schon die exzellente Kirchenmusik ließ diese anderthalb Stunden zu einem Festgottesdienst werden. Superintendent i.R. Stabe hielt in diesem Gottesdienst die Predigt. Er stellte die neue Orgel als Anschauungsbeispiel des Gemeindelebens dar und fragte von daher immer wieder selbstkritisch zurück. Unter anderem sagte er: „Gemeinde ist ja nicht ein Häuflein von religiösen Genießern oder Egoisten, sondern ein vielstimmiges Konzertinstrument - wie eine Orgel. So wie man eine Orgel nicht baut und dann rumstehen lässt, so ist eine Gemeinde nicht dazu da, dass man sie statistisch erfasst und dann sich selbst überlässt. Das heißt: wenn wir in diesen Tagen das Fest einer neuen Orgel feiern, dann geht es eben auch um das Fest der Gemeinde­erneuerung! Beides gehört zusammen. Was nützt eine neue Orgel ohne eine geistliche Erneuerung der Gemeinde? Was nützen die schönen Töne einer Orgel, wenn unser Herz verzagt und unsere Liebe zu Jesus und zueinander erloschen ist?“

Eine Freude war es, dass wir in diesem Gottesdienst den kleinen Lukas Schneider taufen konnten. Schließlich hatte dieser Gottesdienst zwei weitere Besonderheiten. Nach 34 Jahren haben wir Karin Möckel in den Ruhestand verabschiedet und zugleich Ramona Möckel als Verwaltungsangestellte in ihren Dienst eingeführt. Wir erlebten als Gemeinde, was Bruder Stabe am Ende seiner Predigt sagte: „Jedes Gotteslob kehrt als Segen in unser Leben zurück.“ 

Friedrich Preißler

 








 




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