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Sieben Gründe für eine Reise in die ewige Stadt

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Rom wird nicht deshalb die ewige Stadt genannt, weil sich dort das Zentrum der römisch-katholischen Kirche befindet. Schon in der Kaiserzeit war man der festen Überzeugung, dass Rom nie untergehen wird. In seinem National-Epos „Aenais“ schrieb der  berühmte Geschichtsschreiber Vergil (70 v. Chr.–19 v. Chr.), über die Prophezeiung des Göttervaters Jupiter von der immerwährenden Dauer der Stadt. Für die Römer war diese Gewissheit also von höchster Stelle autorisiert. Vergil spricht davon, dass es „die Kunst des Römers sei, die Welt zu regieren, Völkern Friedensgesetze zu geben, Besiegte zu schonen und Stolze zu beugen“.

Welche Gründe könnten heutzutage für uns maßgebend sein, eine Rom-Reise anzutreten?

Rom ist eine faszinierende Stadt und das in vielerlei Hinsicht!

1. Man kann z.B. aus religiösen Gründen Rom besuchen. Wenn ich ein Katholik wäre, würde ich nach Rom reisen, um den Papst zu erleben. Hier ist kirchlich viel los! Rom ist Zentrum einer Weltkirche. Viele Ordensleute trifft man hier und unendlich viele Geistliche aus aller Herren Länder. In fast jeder Straße stößt man auf eine Kirche. Jemand hat sie einmal gezählt und ist auf rund 1300 Kirchen gekommen.

2. Man kann nach Rom reisen, um Abenteuer zu erleben. Rom ist eine Weltstadt, wie andere auch. Fast 3 Millionen Menschen leben hier. Rom ist Hauptstadt eines Landes. Wie jedes andere Ballungszentrum auf dieser Welt bietet die Stadt alles an Vergnügungen, Ablenkung, Genuss, Luxus, Ausschweifungen und Elend.

3. Man kann aus kulturellen Gründen nach Rom reisen. Hier ballt sich Kunst in einem ungeahnten Ausmaß. Auf Schritt und Tritt erlebt man kulturelle Höchstleistungen. Berühmte Namen wie  Michelangelo, Bernini und Raffael stehen stellvertretend für viele andere. Schon zu Goethes Zeiten galt Rom als das Eldorado der Kunst. Er schrieb nach seinem Rombesuch: „Ich kann sagen, dass ich nur in Rom empfunden habe, was eigentlich ein Mensch ist. Zu dieser Höhe, zu diesem Glück der Empfindung bin ich später nie wieder gekommen, ich bin, mit meinem Zustand in Rom verglichen, eigentlich nachher nie wieder froh geworden.“ 

4. Natürlich ist Rom eine geschichtsträchtige Stadt. Man steigt an der Metro-Station „Colosseo“ aus, fährt mit Rolltreppen aus 20 Meter Tiefe ans Tageslicht und ist mitten in einem archäologischen Park. Wo gibt es so etwas noch auf der Welt? Auf den Steinen der Via sacra schreitet man dann über 2000-jährige Geschichte in Richtung Forum Romanum und Kapitol. Hier kommt wahrlich der geschichtlich Interessierte auf seine Kosten.

5. Man kann auch nach Rom reisen, um Friede mit Gott zu suchen. Rom war und ist neben Jerusalem und Santiago de Compostela  einer der drei Hauptpilgerorte der Christenheit. Von Anfang an war Rom ein geistliches Zentrum der Christenheit. Es gab in der frühen Kirche die 5 Patriarchate: Jerusalem, Antiochien, Rom, Alexandria und Konstantinopel.

6. Für uns Lutheraner ist Rom natürlich auch interessant. Luther traf im November oder im Dezember des Jahres 1510 in Rom ein, wo er vier Wochen verweilte. Er  kam über die Piazza del Popolo nach Rom und wohnte diese 4 Wochen im nahen Augustinerkloster. Er wollte hier eine Generalbeichte ablegen, wurde aber von den geistlichen Zuständen enttäuscht. Luther besuchte u.a. die Katakomben des Hl. Kalixtus, Santa Maria Maggiore, er sah das Pantheon, die Lateranbasilika, bestieg betend die Scala Santa (heilige Treppe). Er wollte den Büßgang seinem Großvater Heine zukommen lassen.  Jedoch kamen ihm damals schon Zweifel.  „Wer weiß, ob das wahr ist?“ soll er gesagt haben.

Man kann aus ganz unterschiedlichen Gründen nach Rom reisen. Die wenigen Beispiele aus der Geschichte und Gegenwart zeigen, dass es viele Motive gibt, sich auf den Weg nach Rom zu begeben.

7. Was war mein Grund, die ewige Stadt wieder zu besuchen? Eigentlich war es ein ganz einfacher. Ich habe mich zusammen mit Pfarrer Loderstädt aufgemacht, um mit einer Gemeindegruppe Rom zu besuchen. Unser Anliegen war es, auf den Spuren der Apostel und frühen Christen zu gehen.

Mich beeindruckt immer wieder der Apostel Paulus. In der Apostelgeschichte ist der Grund seiner Romreise mehrfach genannt. Noch als er während seiner 3. Missionsreise in Ephesus war, hatte er einen klaren inneren Eindruck von seinem Herrn. In Apg. 19,21 heißt es: „Als das geschehen war, nahm sich Paulus im Geist vor, durch Mazedonien und Achaia zu ziehen und nach Jerusalem zu reisen, und sprach: Wenn ich dort gewesen bin, muss ich auch Rom sehen.“

Vom 26.–30. März waren wir mit einer Gruppe von 36 Personen aus dem Landkreis Annaberg 5 volle Tage in Rom. Das schöne Wetter, ein angenehmes Hotel und ein sehr sachkundiger Guide trugen zum Gelingen der Reise bei. Am Beginn unseres Romaufenthaltes  sagte ich in einer Andacht: „Wir werden in dieser Stadt viel Macht, Glanz und Prunk sehen und erleben. Lassen wir uns nicht von den äußeren Dingen beeindrucken und täuschen. Darum möchte ich in den gemeinsamen Tagen dazu einladen, das Umgekehrte zu sehen. Suchen wir in den imposanten Dingen die Ursprünge und Wurzeln. Schauen wir, wo sich lebendiger Glaube bewegte und sich die Bahn brach. Entdecken wir das, was aus Glauben geworden und gewachsen ist. Und lassen wir uns anstecken von denen, die uns einen lebendigen, tatkräftigen  Glauben bezeugen. Und lassen wir uns einladen, selbst ein Zeuge des Glaubens zu sein.“

 

Friedrich Preißler

 

Hier gibt es einen weiteren Auszug von vielen, vielen Fotos, welche in Rom ausgenommen wurden.

 




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