Evangelisch-Lutherische Landeskirche Sachsen
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Samstag, 26. Februar


An diesem Tag galt unser Interesse dem See Genezareth mit seinen christlichen Stätten. Unser erster Weg führt hinauf zum Berg der Seligpreisungen. Hier steht die schöne Kirche von Berluzzi. Der Architekt hat sich des Themas der Seligpreisungen angenommen und sie in einem achteckigen Rundbau Gestalt werden lassen. Nach der Besichtigung der Kirche wanderten wir vom Berg der Seligpreisungen hinab an den See Genezareth. 

Zunächst besichtigten wir die „Mensa Christi“. In der Kapelle am Seeufer gedenkt man der dritten Erscheinung des Auferstandenen. „Danach offenbarte sich Jesus abermals den Jüngern am See Tiberias. Er offenbarte sich aber so: … Als es aber schon Morgen war, stand Jesus am Ufer, aber die Jünger wussten nicht, dass es Jesus war. Spricht Jesus zu ihnen: Kinder, habt ihr nichts zu essen? Sie antworteten ihm: Nein. Er aber sprach zu ihnen: Werft das Netz aus zur Rechten des Bootes, so werdet ihr finden. Da warfen sie es aus und konnten's nicht mehr ziehen wegen der Menge der Fische. Da spricht der Jünger, den Jesus lieb hatte, zu Petrus: Es ist der Herr! … Als sie nun ans Land stiegen, sahen sie ein Kohlenfeuer und Fische darauf und Brot.“  (aus Johannes 20)

Von dort wanderten wir zur Brotvermehrungskirche in Tapgha. Hier gedenkt man des Brotvermehrungswunders.  Die heutige Kirche wurde 1982 eingeweiht. Sie wurde über den Resten einer byzantinischen Kirche  aus dem 5. Jahrhundert errichtet. Aus dieser Kirche sind schöne Mosaiken erhalten geblieben. Nach der Besichtigung der Kirche feierten wir einen Gottesdienst am Altar Dalamanutha.

Im Anschluss fuhren wir mit dem Bus nach Kapernaum[1]. Hier sind Ausgrabungen der Synagoge aus dem 1. Jhdt n.Chr. und das Petrus-Haus zu besichtigen. Nicht weit von Kapernaum liegt Migdal. Hier kehrt unsere Reiseagentur üblicherweise in einem Restaurant an der Straße, die um den See Genezareth führt, ein, um Petrus-Fisch zu essen. Auch wir ließen uns den Fisch munden. Am Nachmittag stiegen wir am Kibbutz Ginosar in ein Boot und unternahmen eine Schifffahrt auf dem See Genezareth. 

 


[1]     Peter Walker; Unterwegs im Heiligen Land; Deutsche Bibelgesellschaft Stuttgart 2008 S. 71 Alles in allem hatte Galiläa im 1. Jh. ein internationales Flair. Im Unterschied zu Jerusalem lag es an einer wichtigen Handelsroute — an der bei Jesaja erwähnten »Straße am Meer«. Diese »Via Maris« verband die Märkte von Mesopotamien und Damaskus mit dem Mittelmeer und Ägypten und führte durch die Ebene von Gennesaret, am Nordufer des Sees entlang, direkt durch Kafarnaum. Kafarnaum war auch die letzte Stadt vor der neuen Grenze zwischen dem »eigentlichen« Galiläa und der Gaulanitis im Osten, die nach dem Tod von Herodes dem Großen im Jahre 4 v. Chr. errichtet wurde. Diese Grenze verlief inmitten des Jordan. Damit lag Betsaida — der Geburtsort der Jünger Philippus, Andreas und Petrus — nicht mehr in »Galiläa«. Das bedeutet weiter, dass Kafarnaum als Grenzstadt vermehrte Einnahmen hatte und ein Paradies für Zöllner war. Wahrscheinlich gab es dort ein Zollamt und eine kleine Garnison — deswegen erwähnt Lukas den römischen »Hauptmann«, der den armen Städtern beim Bau ihrer Synagoge half (Lk 7,2-5). Es ist durchaus denkbar, dass einige der Jünger nach Kafarnaum zogen, um nicht mehrfach Steuern zahlen zu müssen, wenn sie ihren frischen Fisch zu Orten wie Magdala/Tarichäa am Westufer des Sees transportierten. Die Entscheidung Jesu, nach Kafarnaum zu gehen, war also strategischer Natur. Nazaret war in der Tat sehr abgelegen, das ebenfalls kleine und noch immer ziemlich arme Kafarnaum schien hingegen ideal zu liegen — genau richtig für einen Prediger, der so viele Menschen wie möglich erreichen wollte. Aus dem »Galiläa der Heiden« sollte zu gegebener Zeit ein »Licht für die Welt« kommen.

 

 

 




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